ÜBER UNSERE WERFT

foto: Paul van Gaalen

Ein seit Generationen gehegtes und gepflegtes Handwerk aus Liebe zum hiesigen Punter

Das wasserreiche Giethoorn zählte früher einmal zwanzig Werften, in denen die traditionellen Holzboote (ndl. „Punter“) gebaut wurden. Es waren kleine, aber feine Handwerksbetriebe. So ein Kahn war das Arbeitspferd im Dorf. Praktisch der gesamte Transport ging über das Wasser. Bei Viehtransport, Umzügen, Hochzeiten und sogar bei Beerdigungen spielten die „Punter“ aufgrund ihres geringen Tiefgangs eine wichtige Rolle.

Nur zwei dieser kleinen Betriebe sind übrig geblieben. Die „Punterwerf Wildeboer“ ist einer davon. Thomas Vos legte um 1890 den Grundstein für den heutigen Betrieb. Von einer Scheune am Appensteeg aus fanden seine nach alter Handwerkstechnik hergestellten „Punter“, Flöße und Prahmen ihren Weg zu Bauern und Händlern.

Jahrhundertelang ist die Werft vom Vater auf den (Schwieger)sohn übergegangen – und nicht nur die Werft. Auch die authentische Handwerkskunst, die Techniken, das Gefühl und die Liebe zu den traditionellen Booten wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Die Liebe zum Fach muss bedingungslos sein, wie eine in den Genen verankerte Leidenschaft. Seit 1933 werden die Holzboote am heutigen Standort der Werft am Beulakerweg gebaut. Als Urenkel des Gründers Thomas Vos übernahm Henk Wildeboer den Betrieb 1990 von seinem Vater. Zusammen mit seiner Frau Yvonne stellte er die Weichen neu.

Die alte Werkstatt, in der man das Gefühl hatte, die schwarz geteerten Planken würden nur noch von Spinnweben zusammengehalten, gibt es nicht mehr. Am Ufer entstand eine neue, moderne Werft mit einem kleinen Lokal voller Schiffsartikel. Der Baumeister der Holzkähne versetzte die „Baken“, um den alten Beruf in Ehren halten zu können. Die Atmosphäre, die Handwerkskunst und die Gastfreundlichkeit sind jedoch geblieben.

Kurzum: eine moderne Werft mit urigem Ambiente. In der Werkstatt kann man das Handwerk förmlich riechen: Der Geruch von Holz und Teer hängt in der Luft. Hier geht der Handwerker in aller Ruhe seiner Arbeit nach und vertraut auf seine Intuition, sein Gefühl und die durch jahrelange Erfahrung erworbenen Automatismen. Zwingen und Malle. Mitten in den Holzlocken und Hobelspänen entsteht ein Kunstwerk aus Holz.

Mit geübtem Auge wird alles geprüft.

Draußen vor der Werft liegen ganze Eichenstämme, in faustdicke Planken zersägt. Sie lagern an Land, aber auch im Wasser. Das gehört zu einem jahrhundertealten Verfahren. Frisches Holz wäre hier fehl am Platz. Ein traditionelles Holzboot entsteht durch das Spiel aus Nässe und Trockenheit, Ausdehnung und Schrumpfung. Das fängt schon beim Boden an. Die Planke in der Mitte ist trocken, die äußersten zwei haben lange im Wasser gelegen. Wenn das fertige Boot zu Wasser gelassen wird, wird sich das trockene Mittelstück ausdehnen, bis der Kahn wasserdicht ist.

Auch das Krümmen der Seiten ist ein Spiel mit der Natur. Über dem Feuer trocknet und schrumpft die eine Seite der Planke, über die andere Seite sprenkelt der Punterbauer Wasser, wodurch sich das Holz dehnt. Schweigsam sieht er zu, wie sich das Holz fügt. Gewichte helfen ihm dabei. Zeichnungen gibt es nicht. Malle, die schon sein Großvater gebrauchte, sind zusammen mit seinem geübten Auge die einzigen Richtlinien.

So geht es bei Henk und Yvonne Wildeboer in Giethoorn zu: Hier triumphiert das ehrliche Handwerk in einer modernen Bootswerft, die die Traditionen in Ehren hält. Während draußen noch der Schornstein raucht, beurteilt Henk das Dollbord. Mit ein wenig Nachschleifen ist die Sache rund. Weiter hinten in der Werkstatt lackiert Yvonne eines der Boote – sechs Mal, so wie es sich gehört. Dann glänzt das Prunkstück und ist fertig. Für ewig geschaffen.

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